Tag 6 – Luft holen

und diese Nacht waren wir vorbereitet. Mit zwei paar Socken, Motorradunterwäsche und Fliesoberteil verging die Nacht tatsächlich halbwegs warm. Wir schliefen sehr gut. Wundern kann man sich natürlich über die Komfortzonenangabe der Schlafsäcke. Angeblich sollten unsere bis -5 Grad einen kuschelig warm halten und bis -22 Grad sollte man darin überleben. Alles Blödsinn! Wir glauben, dass dies eher ein Aprilscherz war, wobei der einzig eingeweihte leider verstorben ist. Der Marke mit dem großem Mammut kann man eben nicht vertrauen.

Jedoch startet der Tag durchaus positiv. Pünktlich um 8 Uhr krochen wir aus unserem Zelt und sahen durch Zufall, dass unsere Nachbarzelter mit dem gleichen Kocher Kaffee kochten wie dem unsrigen. Wir fragten dezent nach dem verwendeten Brennstoff, da unser Kocher auch mit dem Spiritus nicht funktionierte. Die Jungs hatten eine Gaskartusche zu viel dabei und booten uns an diese abzukaufen. Und es funktionierte! Wir erlegten unseren Kaffee noch vor dem Frühstück!

Nach Zeltabbau und einem ergiebigen Frühstück unter wolkenlosen Himmel und hellstem Sonnenschein ging es auf Wanderung. Zunächst schlenderten wir auf befestigtem Holzbohlenwegen zwischen einem weiteren dampfenden Geothermalgebiet (Hveravellir) herum bis wir eine Wanderroute zwischen einem alten Lavafeld einschlugen. Kurzärmlig und mit Sonnenschutz wanderten wir zu einer Lavahöhle. Über Kilometer erstreckte sich ein mit Moos und Kräutern bewachsenes Trümmerfeld über den kompletten Horizont hinweg. Ab und an zischte heißer Dampf zwischen kleinen Seen und Wiesen heraus. Es war sehr beeindruckend.

Nach 2,5 Stunden kamen wir zurück zum Auto. Ein kleine Mahlzeit zur Stärkung, ein kurzes Bad im nahen Hot-Pot (wir lieben diese Dinger einfach) und dann sollte es auch schon weiter gehen.

Mehr als 80 km Piste lag vor uns. Nur selten kam uns ein anderes Fahrzeug entgegen. Andere Geländewagen konnte man schon in weiter Entfernung erkennen, da sie eine meterhohe Staubwolke hinter sich her zogen. Nach gut zwei Stunden fahrt sah unser Auto erstmals nach drei Tagen wieder asphaltierte Straßen unter seinen Schlappen. Leider sind nur halbvolle Reifen für „normale“ Straßen eher ungeeignet. Wir mussten ohnehin zur einer Tankstelle, da es im Hochland so etwas selbstverständlich nicht gibt.

Aufgetankt und Aufgepumpt ging es dann an die letzte Etappe des heutigen Tages, Akureyri. 120 km und einen dummen Umweg (45 km) später kamen wir am Zeltplatz Hamra an. Unser Geländewagen macht komische Geräusche und wir lassen das morgen abchecken.

In den Gemeinschaftsräumen des sehr großen Zeltplatzes ließen wir den Abend ausklingen. Von hier oben hat man eine fantastische Aussicht über die Stadt, die in der Mitte eines Fjords erbaut wurde. Soooo schön.

Kurz noch allgemeine Dinge, die wir für erwähnenswert halten:

Tankstellen sind in Island nicht nur Umschlagplätze für Benzin. In den allermeisten gibt es neben Lebensmitteln auch noch Fastfood und Ersatzteile (Autozubehör, Campingausstattung usw…). Außerdem sind sie eine gute Anlaufstelle für Fragen bezüglich Wetter und Straßenverhältnisse der nachfolgenden Routen.

Vielleicht auch noch etwas zu den Zeltplätzen Islands: Zeltplätze gibt es gut verstreut auf der ganzen Insel (egal ob am Rand oder Inland). Fast alle haben Warmwasser und kostenfreie Duschen. Außerdem ist zelten in Island günstig, bezahlt wird pro Kopf und dieser kostet zwischen (umgerechnet) 6 – 9 Euro. Eine gute Übersicht verschafft diese Karte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.