Tag 3 – Die ersten Pylser

Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, als wir heute Morgen aus den Schlafsäcken krochen. Wir frühstückten im Gemeinschaftshaus des Zeltplatzes und bedienten uns an dem Kaffee, der wie so oft in Island, kostenlos angeboten wurde. Und dann fuhren wir los. Endlose Weiten, unwirkliche Landschaften mit Farben von Schwarz über Rot und Rost nach allen möglichen Grüntönen. Übermooste uralte Lavaströme säumten die Straße und immer wieder Bäche und Flüsse mit glasklarem Wasser. Dazu größere und kleinere Pferdeherden zwischen ein paar verirrten Schafen.

Wir sind immer noch in dem Gebiet unterwegs, das auch von den allermeisten Touristen besucht wird. Der sogenannte „Goldene Zirkel“ beherbergt viele Sehenswürdigkeiten, die von Reykjavik problemlos zu erreichen sind. Dazu gehört der weltberühmte Geysir, der Namensgeber aller Springquellen auf der Welt. Witzig allerdings, dass der Geysir seit Jahrzehnten ruht und der wenige Meter entfernte „Strokkur“ die Aufgabe übernommen hat ca. alle 3 bis 5 Minuten eine heiße 10 bis 30 m hohe Fontäne in dem Himmel zu blasen. Trotzdem zeigen alle Wegweiser islandweit den Weg zum „Geysir“.

Um es kurz zu machen: wir waren dort und haben uns in die für Island ungewöhnlichen Touristenmassen eingereiht um – und das obwohl wir es schon erlebt hatten – das Ereignis erneut zu genießen. Natürlich sind wir auch die paar Schritte zum Geysir gelaufen, der jetzt lediglich ein leicht pulsierender heißer, glasklarer Teich ist. An dem hohen Sinterrand, der ihn umgibt, kann man erahnen wir mächtig diese Springquelle einst gewesen ist.

Eine weitere berühmte Sehenswürdigkeit im „Goldenen Zirkel“ ist der Gullfoss, möglicherweise der mächtigste Wasserfall Islands (wir persönlich neigen eher dazu dieses Attribut dem Dettifoss im Nordosten der Insel zuzusprechen). Auch diesen Wasserfall haben wir erneut aufgesucht. Es ist nach wie vor atemberaubend von diesem Wasserfall in seinen Bann gezogen zu werden. Aber auch hier sind Unmengen von Touristen unterwegs und die Absperrungen werden immer professioneller. Uli hat dort 1978 noch problemlos mit den Pfadfindern zelten können und lediglich ein paar ausgetretene Pfade führten an den Rand des Wasserfalls. 2010 bei unserem letzten gemeinsamen Besuch waren die Pfade breiter und einige wenige, kaum wahrnehmbare Absperrungen hielten die Touristen vom Absturz fern. Heute ist eigentlich alles abgesperrt und rollstuhlgerechte befestigte Wege führen bis an den Rand des Wasserfalls. So imposant der Wasserfall ist … irgendwie waren wir froh, als wir dieses Getümmel wieder verlassen hatten.

Wir entschieden dann heute rechtzeitig einen Zeltplatz aufzusuchen, um morgen mit der ersten Etappe, der Kjölur-Route ins Hochland zu beginnen. Dazu wollen wir ausgeruht sein. Hat alles nicht nach Plan geklappt – wir wollten unbedingt vorher noch die Hot-Pots in eine Schwimmbad aufsuchen. Das hatte aber ausgerechnet heute bis Sonntag nur bis 18.00 Uhr offen. Es ist keine Seltenheit, das Bäder in Island bis 22.00 Uhr oder länger offen haben. Also sind wir nach Lagaras gefahren und ließen uns eine Stunden in div. heißen Töpfen durchkochen. Den Zeltplatz haben wir schließlich in Reykholt gefunden. Von dort geht es morgen auf die Piste in Richtung Kjölur.

Wir begeben uns jetzt in unser Zelt, nachdem wir den Abend im Auto mit Whisky und guter Musik haben abklingen lassen. Die Nächte sind in Island zur Zeit sau kalt und wir sind dankbar über unsere gute Ausrüstung.

Abschließend möchten wir auf zwei gute Bräuche der Isländer hinweisen, die auch in Deutschland unbedingt eingeführt werden müssen. Hot-Pots und freier Kaffee in Tankstellen und in vielen anderen Läden. Island ist einfach ein tolles Land mit sehr netten Menschen.

PS: Wir haben heute übrigens die ersten vier Pylser (Hotdogs gegessen)

PPS: Die Milch in Island heißt übrigens Muu (*muhahahahahah*)

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