Tag 2 – Ich weiß nicht warum … aber ich mag den Geruch

Pünktlich um 00:00 Uhr Ortszeit (02:00 Uhr Deutschland) kamen wir in Keflavik an. Der Flug verlief planmäßig und es ist unbeschreiblich schön, wenn man Nachts in Berlin startet und in den Sonnenuntergang fliegt. Bei Dämmerung stiegen wir aus dem Flieger und liefen zur Gepäckausgabe. Während Uli das Gepäck holte, stellte ich mich am nahe gelegenen Geldautomaten an und hob die ersten Isländischen Kronen ab.

Mit unseren Gepäckstücken liefen wir Richtung Ausgang. Für 2400 Kronen (ca. 16 Euro) pro Kopf kauften wir die „Hotel-Drop-In-Tickets“, welche uns mit den bereitgestellten Busen direkt vor unser Gasthaus brachten. Die erste Nacht verbrachten wir also in Reykjavik – wir kamen dort um kurz vor 3 Uhr an. Der Flughafen ist leider fast 40 km entfernt und es gab noch viele andere Fahrgäste, die alle in verschiedene Hotels, Motels,Gasthäuser gebracht werden wollten.

Nach einer viel zu kurzen Nacht checkten wir nach dem Frühstück und einer schönen, heißen Dusche (in Island ist das warme Wasser ausnahmslos aus Erdwärme gewonnen und riecht daher stark nach Schwefel) aus. Das nächste Ziel sollte unsere Autovermietung werden, Cheap Jeap hieß sie und befand sich ca. 1km Fußwege von unserer Übernachtungsstätte entfernt. Cheap Jeep hat eine lustige Geschäftsidee, die Jungs kaufen alte Geländewagen auf und bauen daraus funktionstüchtige Wagen zusammen, die sie dann „günstiger“ vermieten. Wie schon in einem vorherigen Artikel erwähnt kosten in Island Geländewagen ein Vermögen, hier kann man gut 25 – 30 % sparen! Der Laden macht einen super Eindruck und man wird sehr gut beraten (Strecken, Tipps und sonstige Infos) – wir können Ihn nur empfehlen.

Und jetzt schreibt Uli weiter: Naja, das mit dem „super Eindruck“ will ich eigentlich nicht unterstreichen. Eigentlich ist alles mega unaufgeräumt und es stehen mehr kaputte als fahrtüchtige Autos herum. Und auch um unser Auto sollen wir uns nicht zu viele Gedanken machen. Steinschlag ist normal und wird – im Gegensatz zu den etablierten Autofirmen – nicht geahndet. Unser Geländewagen ein SsangYong Korando Baujahr 1999, 193000 km. Wir haben uns sofort in ihn verliebt. Es stört fast nicht, dass die Handbremse nicht geht, es keine Zentralverriegelung gibt, keine Airbags und von ABS und ESP ganz zu schweigen. Das Ding fährt, wirkt nahezu unkaputtbar und bietet uns ausreichend Platz. Außerdem ist er richtig hoch und man hat einen prima Überblick.

Im Moment besorgen wir uns möglichst viele Informationen über befahrbare Routen im Hochland (sieht nicht wirklich gut aus, da das Wetter der letzten Monate wohl ziemlich mies war und die standardmäßige Pistenpflege unterblieben ist). Manche Gebiete sind total gesperrt wegen Erdrutschen oder extrem wasserführenden Flüssen. Aber wir sind beim Routenbasteln und nähern uns so langsam an.

Doch nun zurück zum heutigen Tag: Nach dem Start sind wir zunächst einkaufen und Vorräte fassen gefahren. Hier empfiehlt sich die Supermarktkette Bonus, die Lebensmittel fast zu Deutschen Preisen anbietet. Es gibt alles zu kaufen was man braucht. Soll es was spezielles sein, findet man in den Städten jede Menge Alternativen. Oft auch riesige Shoppingcenter mit allen möglichen Läden.

„Siminn“ ist in Island das Netz mit der besten Abdeckung. Wir haben uns eine SIM-Karte für innerisländische Telefonate und 5 GB (!) Datenvolumen gekauft, so dass wir uns einen eigenen „Hot-Spot“ einrichten konnten. Geht hier ganz einfach: für ca. 18 € kriegt man das. Karte reinstecken und los geht’s. Keine Registrierung, keine Datenerfassung, nix!

Nachdem das alles erledigt war, drängte es uns endlich raus aus der Zivilisation rein in die Natur. Über das Geothermalgebiet „Seltun“ (sind durch die blubbernde, qualmende und stinkende Landschaft gewandert) am Kleifarvatn, sind wir an der Südküste entlang bis nach Selfoss gefahren und dann an die Südspitze des Thingvallvatn (Ulfjótsvatn), wo wir den ersten Campingplatz unserer Reise aufsuchten… Ich schwöre, dass es ein reiner Zufall war, dass es ein von Pfadfindern betriebenes Gelände ist und wir gemeinsame Bekannte haben!!!!! Millionen von Fliegen machten den Zeltaufbau etwas unangenehm und zum Kochen nahmen wir das Angebot an, die Küche im Haus benutzen zu dürfen. Und hier sitzen wir immer noch und schreiben diese Zeilen. Es ist 23.45 Uhr (1.45 Uhr deutscher Zeit). Draußen ist es dämmrig und wir sind rabenmüde! Bis morgen.

 

 

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