Tag 15 – Auf Kohlen

In der Erwartung heute endlich zur unseren anspruchsvollsten Tour (Vulkan Askja) ins Hochland aufbrechen zu können, packten wir morgens unseren Sachen. Wir erwarteten den Anruf der Werkstatt, um unsere Auto abzuholen. Da wir um 11 Uhr immer noch keine Benachrichtigung erhalten haben, riefen wir dort an. Leider hatte die Werkstatt bis dato noch keine Teile erhalten. Nach etlichen weiteren Telefonaten stellte sich heraus, dass die Teile auf dem Weg in die Werkstatt verloren gegangen sind.

Wir saßen also wie auf heißen Kohlen. Unternehmen konnten wir ja auch nichts, da wir unser Auto nicht zur Verfügung hatten. Wir spielten mit Einar Karten, unterhielten uns, spielten Klavier, kochten und surften ein bisschen im Internet. In regelmäßigen Abständen kamen im laufe des Tages immer wieder Freunde bei Einar vorbei. Eine gute Freundin pflückte z. B. 10kg Blaubeeren. Teile davon gab es Mittags mit Sahne. Oder es fuhr ein Polizeiauto auf den Hof, die Polizisten schauten in das Fenster und als sie uns sahen fuhren sie weiter.

Ein weiterer Anruf in der Werkstatt – es war inzwischen 17.30 Uhr – ergab, dass der Mechaniker in den Startlöchern stand und so fort loslegt, sowie er das Material hat. Kurz darauf kam der Rückruf, dass er jetzt das Radlager hat und schon das Schrauben angefangen hat. Um 18.00 Uhr macht die Werkstatt normalerweise zu. Wir beschlossen in der Vinbud (einziges Geschäft, in dem es Alkohol gibt) Bier als Dankeschön zu besorgen. Aber auch die macht um 18.00 Uhr zu. Einar gab uns sein Auto und kurz vor Schließung sind wir noch an ein paar Dosen Bier gekommen.
In der Werkstatt fanden wir unser Auto auf der Bühne und das Radlager war fast eingebaut. Es stellte sich heraus, dass das Päckchen nicht angekommen war und der Mechaniker einen Freund angerufen hat, der auch einen Korando fuhr. Diesen hatte er nach Ersatzteilen gefragt. Er brachte die Teile sofort in der Werkstatt und war noch dort, als wir vorbeikamen.

Um 19.00 Uhr hatten wir endlich unser Auto wieder. Snorre, der Mechaniker freute sich über das Bier und meinte er würde Cheap Jeeps eine saftige Rechnung schicken. Wir fanden es schon außergewöhnlich, dass er sich so viel Mühe gab, um uns aus der Patsche zu helfen. Aber so haben wir bisher alle Isländer erlebt.

Wir beschlossen noch eine weitere Nacht in Neskaupstaður zu bleiben. Einar war ganz aus dem Häuschen, als wir ihn fragten, ob wir noch eine Nacht bleiben dürften. Er wollte uns am liebsten noch zwei Nächte dort behalten und bedankte sich für unser Bleiben mit Handschlag (!).
Wir verabschiedeten uns aber gleich wieder von ihm, da wir noch ins Schwimmbad und die heißen Töpfe wollten – um bei der Gelegenheit gleich unser Auto einem Fahrtest zu unterziehen.

Nach unserer Rückkehr aßen wir gemeinsam mit Einar noch zu Abend und jetzt sitzen wir hier auf unseren wieder ausgepackten Schlafsäcken und planen unsere morgige Fahrt zur Askja. Ab morgen gibt es dann auch wieder Bilder (wenn wir Internet haben ;-))

 

2 thoughts on “Tag 15 – Auf Kohlen

  1. Hallo Ihr zwei beiden,

    ich bin grad selber aus einer Bodenseefahrradumrundung zurück und lese am Stück Euer Tagebuch.
    Toll und spannend -auch wenn es so kalt ist, wie ich es für Euch befürchtet habe.
    Mach doch bitte mal so ein „richtiges“ offroad-foto.Um das Autofahren beneide ich EUch am meisten, dann um das Baden in den Hot-spots.
    Bin gespant wie´s weier geht 🙂

    Herzliche Grüße
    gerd

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