Tag 11 – Sie nannten Ihn Mücke

Wir sind wieder da! Aus Mallorca …

Island gefällt uns doch besser und abgesoffen sind wir auch nicht heute Nacht! Aber Besuch hatten wir diese Nacht noch. Gegen 23:30 Uhr kam Marga mit ihrer Schwester (und einem Freund) vorbei. Hatten ein kleines und lustiges Steh-In vor unserem Auto. Die Sonne schien am Morgen und vor und zwischen dem blauen Himmel tummelten sich Wolken in allen Farben.

Bevor ich weiter erzähle: danke an alle, die uns geschrieben haben. Erst heute früh haben wir nach einem Telefonat mit Ingeborg herausgefunden, dass alle an uns geschriebenen Nachrichten im Spam-Ordner gelandet sind. Das liegt wohl an Siminn und den mit gekauften Einstellungen. Aber jetzt sollte alles funktionieren und wir freuen uns, wenn wir weiter Post von Euch bekommen!

Also – zurück zum heutigen Tag: Nachdem sich der Regen verzogen hatte konnten wir heute erstmals den Mývatn richtig sehen. Es wundert nicht, dass hier eines der Touristenzentren der Insel ist. Ist doch der Mývatn ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Naturereignis. Es gibt 40 bekannte verschiedene Mückenarten (deshalb Mývatn = Mückensee), die für den Menschen echt nervig werden können. Wir haben Glück. Es sind nur die Männchen unterwegs, die im Gegensatz zu den Weibchen nicht stechen (hehe), aber trotzdem zwischen den Zähnen ziemlich doof ausschauen.Die Mücken wiederum sind der Grund, dass es hier ein großen Artenvielfalt verschiedenster Vögel gibt. Am Ostrand gibt es sogar einen kleinen Wald – eigentlich schon fast ein Dschungel mit Farnen, Birken, Lerchen, Kiefern, … So max. 5 bis 10 m hoch.

Der See ist umgeben von einer einzigartigen Kraterlandschaft und liegt über einer aktiven Magmaströmung, die sich von Süd nach Ost durch die ganze Insel zieht. Der Vulkan Krafla liegt nur wenige Kilometer entfernt und speist ein beeindruckendes Geothermalkraftwerk. Überall in der Landschaft sind silberne Kuppeln aufgebaut, in denen Wasser auf die 3 km tief liegende Magma gepumpt wird, der unter extremen Druck aufsteigende Dampf wird über Rohre in die Turbinen des Kraftwerks geleitet und dort zu Strom verarbeitet. Überdruck wird direkt bei den Kuppel ausgelassen. Sehr beeindruckend. Wir haben uns das gleich mal aus der Nähe angesehen.

Auch eine kleine Wanderung um den mit Wasser gefüllten Krater Viti haben wir gemacht. Die Krafla ist einer der aktivsten Vulkane Islands. Die letzten Ausbrüche waren Ende der 90er Jahre. Einer in den 70er Jahren kam dem Kraftwerk gefährlich nahe und die Lavaströme sind nur knapp daran vorbei geflossen.

Neben all dieses Naturwundern haben wir uns heute ein besonderes Highlight gegönnt. Wir haben morgens und abends das Nature Bath des Mývatn besucht. Dabei handelt es sich um einen megagroßen Hot-Pot, ein Schwimmband mit einem großen blauen warmen See. Das Wasser ist selbst dann noch blau, wenn man darin herumschwimmt. Naja … schwimmen stimmt nicht wirklich – es ist zu anstrengend, man bewegt sich eher sehr langsam, da es heiße und sehr heiße Strömungen gibt. Das ist ungefähr so, wie die berühmte und viel beworbene „Blaue Lagune“ in Reykjavik – nur viel billiger. Wobei das hier auch nicht billig ist … aber der morgendliche Eintritt galt als Tageskarte und so haben wir uns jeweils morgens uns abends 1,5 Stunden aufweichen lassen. Lustig ist es im warmen/heißen Wasser sitzend den Leuten zuzuschauen, wie sie fröstelnd und schnatternd aus den Umkleiden kommen und dann unter wohligen Geräuschen im warmen Nass verschwinden. Und das alles in den verschiedenen Sprachen. Wir konnten isländisch, englisch, spanisch, italienisch, französisch, japanisch, dänisch, holländisch und deutsch eindeutig identifizieren. Andere Sprachen konnten wir leider nicht zuordnen.

Marga hat auch nochmal angerufen und uns gesagt, dass uns ihr Vater morgen Abend in den Ostfjorden auf seiner offenbar sehr einsamen Farm (in der Nähe von Neskaupstadur) erwartet. Dort wollen wir ein paar Tage Quartier beziehen und die Ostfjorde erkunden. Wanderkarten liegen dort auch schon für uns bereit. Das wollten wir eigentlich erst nach unserem Hochlandtrip zur Askja machen. Aber wir haben umgestellt und werden wohl erst Mitte nächster Woche dorthin aufbrechen. In der Hoffnung, dass das Wetter besser wird und die Flüsse wieder für uns durchfahrbar werden.

So viel für heute. Wir sitzen gemütlich in unserem Auto mit Blick auf den still daliegenden Mývatn. Gerade ist die Sonne mit einer spektakulären Beleuchtung der weißen und grauen Wolken hinter dem Horizont verschwunden. Gute Nacht.

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