Tag 4 – Luft ablassen

Erstmals wachten wir heute morgen durch das trommeln von Regen auf. Ohne Frühstück bauten wir unser Zelt ab und brachen zur nächsten Tankstelle auf, da wir noch ein Werkzeug zum Ablassen unserer Reifen brauchten. Außerdem kauften wir noch Spiritus da unser Kocher anscheinend mit dem Isländischen Benzin nicht viel anfangen kann. Leider regnetet es immer noch, als wir Richtung Gullfoss auf die Kjölurroute aufbrachen.

Gravel Road Ahead! Mit diesem Schild begrüßte uns das isländische Hochland. Schlagartig wurden die Straßen für normale Pkws praktisch unbefahrbar. Auch unser Auto kam öfters mal von der schottrigen (und mit reichlich Schlaglöchern bestückten) Piste ab. Um 11 Uhr kamen wir dann endlich (!!!) zu unserem lang ersehnten Kaffee und kleinem Frühstück. Mitten im Nichts standen nahe bei einem Gletscherfluss 3 Gebäude in der eine Familie Kaffee und Kleinigkeiten zum Essen anbot. Strickwaren und Gegenstände aus dem täglichen Gebrauch waren ebenfalls vertreten. Mithilfe eines tollen Werkzeuges (zeigt auch Luftdruck an) ließen wir 1,5 Bar Druck aus unseren Reifen – das Auto fuhr danach um einiges smoother.

Nach weiteren 60 Minuten Fahrt erreichten wir schon unser Tagesziel – das Geothermalgebiet Kerlingarfjöll. Leider regnete es immer noch. Der Campingplatz und die Hütten lagen links und rechts in einem von Vulkanen erschaffenen Tal. Wir bauten unser Zelt am Fluss auf und schauten uns die nähere Umgebung an. Informationen erhielten wir von Mitarbeitern des Platzes.

Brotzeit machten wir in einem Gemeinschaftshaus für Camper direkt am Platz. Danach ging es in Regenhosen und Regenjacken zu einem 30 Minuten entfernten Natur-Hot-Pot der unmittelbar am Rand des Flusses lag. Sehr beeindruckend. Der Weg dorthin – wenn man es überhaupt Weg nennen kann – ging auf halber Höhe entlang einer Schlucht. Unter Regen zogen wir uns die Badehosen an, verstauten unsere Sachen in Wasserdichte Packsäcke und stiegen in das steinige Becken. Über sehr große (und sehr alt aussehende) Rohre kam heißes Wasser direkt aus dem Boden – es schmeckte interessant nach Eisen und Schwefel. Nach uns kamen noch ein Pärchen wo jedoch nur der Mann für ca. 10 Minuten mit in den Pot kam, die restliche Zeit (eine Stunde) hatten wir das komplette Ding für uns alleine.

Unsere nassen Sachen hängten wir provisorisch in unserem Auto auf, da es immer noch sehr kalt und regnerisch war. Mit Nudeln und Technik verschanzten wir uns dann wieder in den Gemeinschaftsraum, wo wir uns immer noch befinden. Gerade haben wir erfahren das es auf dem benachbarten Bergen Schneestürme gab. Aber anscheinend ist Schnee im Hochsommer (!!!) in Island ganz normal. Jetzt kommt mir der 300 Euro Pauschalurlaub Mallorca doch recht verlockend vor.
Morgen soll es weiter nach Hveravellir gehen. Auch hier soll es wieder schöne Wanderwege und heiße Hot-Pots geben.
Leider kann es sein, dass der heutige Artikel erst online geht, wenn wir das nächste mal Empfang haben. Notfalls kommen morgen eben zwei Beiträge. Oder übermorgen. Oder ….

PS: Also mit Empfang ist gemeint, dass man möglicherweise keine Daten übertragen kann. Telefonieren kann man hier prima. Uli hat daheim angerufen und musste gar nicht viel erzählen. Ingeborg war voll im Bilde. Liest sie hier doch eifrig mit. Von ihr kam auch der Hinweis, dass wir die geneigte Leserschaft doch aufklären sollten, wer Uli und wer Christoph (Chris) sind. Es gibt offenbar inzwischen Leser, die uns nicht kennen (Herzlich willkommen auf unserem Blog!).

Also: Uli und Christoph sind Vater und Sohn. Wobei Uli der Vater ist und Christoph der Sohn. Ingeborg ist die Frau von Uli und Mutter von Christoph :-). Christoph und Uli machen eine Fortführung ihrer Islandreise von 2010. Damals haben wir die Insel umrundet, während wir diesmal den Schwerpunkt auf das Landesinnere, das Hochland legen.