Zum Schluss …

… wollen wir noch ein kleines Resümee unserer Reise ziehen.

Man muss dieses Land mögen und die Menschen, mit denen man dort hin fährt. Natürlich darf man keinen Strandurlaub, beständig hohe Temperaturen, ewig schönes Wetter und Windstille erwarten. Aber Island bietet so viel anderes, das es wert macht diese Insel zu bereisen: endlose Weiten, grenzenlose Natur, gewaltige Gletscher, beeindruckende Wasserfälle (in allen Größen), Feuer und Eis und vieles, vieles mehr.

Und natürlich die Isländer. Überall sind wir großer Gastfreundlichkeit und Aufgeschlossenheit begegnet. Uns wurde unkompliziert geholfen, wann immer es notwendig war. Bei vielen Begegnungen (in den Werkstätten, die wir aufgesucht haben, in Tankstellen, beim Einkaufen, in den Camps/Hütten, mit Ásgeir und Marga, mit Einar und seinen Freunden) gab es anregende Gespräche und ein hohes Interesse an unserer Reise, die wir als Vater und Sohn unternahmen. Und Isländer können improvisieren! Wie schön wäre es, wenn in unseren Deutschen Kfz-Werkstätten mal was repariert würde anstatt ständig neue teure Teile im Austausch eingebaut zu bekommen!!! Und dass das meist problemlos geht konnten wir selbst erfahren.

Island ist ein raues Land – zumindest dann, wenn man sich außerhalb der Städte bewegt. Die Städte bieten alles, was in Europäischen Städten Usos ist. Es gibt Fußgängerzonen, moderne Kinos (da könnte manch Kinobetreiber bei uns noch was lernen), Restaurants, Einkaufszentren, Banken, … Und nachdem wir uns ja ausdrücklich vorgenommen hatten dieses Mal das Hochland zu bereisen, mussten wir noch verstärkt Wert auf gute Ausrüstung legen.

Unser neues Zelt (Tatonka Narvik 3) hat sich bewährt. Es war sturmsicher, regenfest, blitzschnell aufzubauen, bot für uns beide ausreichend Platz und war mit seinem Gewicht von 3,4 kg durchaus auch fluggepäcktauglich. Uli trauert aber trotzdem seinem Fjällräven Expeditionszelt Haik II nach, das nach nun 34 Jahren ausgedient hat – 2010 war es noch mit uns in Island unterwegs.

Und auch an die Kleidung haben wir erhöhte Ansprüche gestellt. Es bewährt sich das „Zwiebelprinzip“ – vorzugsweise mit moderner Funktionskleidung, die die verschieden kombinierten Schichten gut atmen lässt (Shirt, Flies, Flies, Regenhaut). Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Schuhe legen. Es empfehlen sich bequeme aber trotzdem relativ feste Trecking-/Bergstiefel. Diese Stiefel trägt man den ganzen Tag. Treckingsandalen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Sei es für die Wege auf dem Campingplatz oder beim Wandern, wenn man Bäche durchwaten muss oder eine Furt vor Durchfahrt auf ihre Tiefe überprüfen muss. Turnschuhe für die Städte machen es etwas bequemer.

Und dann braucht man noch einen gescheiten Schlafsack! Chris Schlafsack hat sich auf die Dauer als nicht optimal erwiesen. Das mit der Komfortzone bis -5 °C war schlicht gelogen! Also: in jedem Fall Thermounterwäsche mitnehmen. Die braucht man auch wenn es untertags kälter wird (wir waren ja sowohl auf dem Gletscher, als auch im Schnee unterwegs). Mit warmen Socken und langer Unterwäsche und ggf. einem leichten Flies hat auch Chris seine Komfortzone aufgepimpt und konnte wohlbehalten und ohne Erfrierungen wieder nach Deutschland zurückkehren. Mittags haben wir meist (waren natürlich nicht immer erreichbar) an irgendwelchen Tankstellen Pylser oder Hamburger gegessen – das ist verhältnismäßig kostengünstig. Meist gibt es Specials, bei denen ein Getränk mit dabei ist und man wieder etwas spart. Morgens haben wir Kaffee gekocht und abends auf unserem Kocher selbst ein Menü zubereitet. Wir haben einen Primus-Kocher, der für die meisten Brennstoffe geeignet ist und auch bei Sturm im Windschutz einsetzbar ist. Mit Grundlebensmitteln (Nudeln, Reis, Kaffee, Salz, Gewürze, Notverpflegung, …) haben wir uns am Anfang der Reise eingedeckt. Dazwischen Wurst, Käse, Milchprodukte, Obst und Gemüse etc. immer frisch gekauft. Der bevorzugte Markt war „Bonus“. Dort sind die Preise ähnlich wie in Deutschland. Fleisch haben wir fast nicht gegessen – ist auf dem Kocher zu aufwendig in der Zubereitung. Würstchen gab es öfter mal. In den Kofferraum haben wir zwei Bananenkisten gestellt, in denen man gut Ordnung halten konnte. Um die Frische von z.B. Milchprodukten mussten wir uns keine Gedanken machen. Es war kalt genug, so dass alles prima (auch mehrere Tage) frisch hielt.

Man könnte noch so viel schreiben. Und bestimmt haben wir einiges vergessen, das auch noch erwähnenswert wäre. Aber es ist ja unser Tagebuch. Aber da wir wissen, dass viele unserer Freunde und Kollegen mitgelesen haben und nun vielleicht auch Lust bekommen haben dieses wunderbare Land näher kennen zu lernen, dachten wir, es wäre gut etwas auf weiterführende Dinge einzugehen. Mitleser dürfen uns jederzeit gerne fragen, wenn unser Rat gefragt ist oder sie Informationen brauchen.

Nun kommen wir wirklich zum Schluss.

Wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen und wir sind dankbar, dass wir ein so gutes Verhältnis zueinander haben. Und selbst jetzt – nach Abschluss unserer Reise und bevor wir unsere Ausrüstung fit für die nächste Tour machen – sitzen wir hier zusammen und schreiben diesen letzten Blogeintrag.

Island ist ein tolles Land und wir haben es bestimmt nicht zum letzten Mal bereist!

Danke fürs Mitlesen!

Uli & Chris